Tour de France in Münster?

Siegsprint von Kittel

Lewe wirbt für die Fahrradstadt

Münsters Fahrradketten zwitschern derzeit um die Wette, dass die „Tour de France“ in Zukunft zu einem Abstecher in’s Münsterland kommen könnte.

Wie es sich hier zum Sieg sprintet, weiß bereits Marcel Kittel, vierfacher Tour-Etappensieger in diesem Jahr und in 2011 und 2012 schon jeweils schnellster auf der Zielgerade vor dem Schloss beim Münsterland Giro. Aber Nibali, Froome, Contador & Co. auf dem Prinzipalmarkt? Das wäre ein dickes Ding! Eines, dass sich Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe aber offenbar in den Kopf gesetzt hat. Denn wie jetzt öffentlich wurde, hat sich der für seine Radsportbegeisterung bekannte Lewe schon vor Längerem in Paris mit Tour-de-France-Cheforganisator Christian Prudhomme zu einem mehrstündigen Gespräch getroffen um für seine Idee und Münsters Vorzüge zu werben. Und ist dort dem Vernehmen nach auf offene Ohren getroffen. Prudhomme ist das nach dem Fall Jan Ullrichs am Boden liegende Image des Radsports in Deutschland seit langem ein Dorn im Auge und ein Tour-Spektakel auf hiesigem Boden – wie einst 2002, als der Giro d‘Italia Münster einen umjubelten Besuch abstattete – könnte ihm nur Recht sein. Zumal Münster und das Münsterland seither Jahr für Jahr beim Münsterland Giro den Beweis antreten, dass der Radsport hier mehr als nur willkommen ist. Prudhomme will sich am 3. Oktober davon als Ehrengast immerhin schonmal persönlich überzeugen. „Der Tour-Start gibt der Region Auftrieb. Das Zusammengehörigkeitsgefühl war enorm“, sagte Lewe erst kürzlich, noch die Bilder dem Radsport zujubelnder Massen vor Augen, die er beim diesjährigen „Grand Départ“ in England vor Ort live miterleben durfte. Und wo er ebenfalls bereits Gespräche bezüglich eines möglichen Tour-Besuchs in Münster geführt haben soll. 2017 könnte es so weit sein. Dass unsere Stadt dann ein ähnlich würdiger Gastgeber für die „Grand Boucle“ sein dürfte, steht außer Frage. Aber auf die Idee muss man erstmal kommen. Chapeau, Monsieur Lewe!