Serie »Marktküche« – Spargelmonat Mai

Er ist da!

Spargelstand auf dem Markt

Zugegeben: In den vergangenen Wochen musste man sich schon ein wenig zusammenreißen, um nicht den Versuchungen des griechischen oder spanischen Importspargels zu erliegen. Dank der nun zeitweise endlich doch etwas höheren Temperaturen hat mein Spargelhändler nun aber auch endlich den ersten frischen hiesigen Spargel im Angebot. Selbst Importware anzubieten hatte er, wie jedes Jahr, verweigert.

„Die Importiererei ist Quatsch, bei meinem Spargelbauern aus Glandorf bei Ostbevern weiß ich, was ich habe, da beziehe ich den seit Jahren“ ist er da konsequent, „auch das mit den beheizten Feldern und so mache ich nicht mit, viel Arbeit für wenig Ertrag und so locker sitzt das Geld bei den Leuten auch nicht mehr, das sich das lohnen würde. Da warte ich lieber zwei Wochen länger“ erklärt er weiter. Spätestens Ende April, Anfang Mai kann die Versorgungslage mit heimischem Spargel dann aber doch meist als gesichert gelten, enden muss die Spargelsaison dann traditionell am 24. Juni, dem „Johannistag“. Die Erklärung vom Fachmann: „Sonst sticht man sich die Felder für das kommende Jahr kaputt.“

Wir finden auch, dass die Regel „Spargel kommt auf den Teller, wenn er von allein vor der Haustür wächst“ eine sinnvolle Angelegenheit ist und – zugegeben – auch preislich wird es spätestens im Spargelmonat Mai ja tatsächlich entspannter. Und ein bisschen Vorfreude kann ja auch nicht schaden, bis der erste Spargel dann endlich auf dem Teller liegt. Dazu gehören zum Saisonstart natürlich schöne Salzkartoffeln. „Aber noch die alten!“, bleibt der Händler seiner Linie treu. Die neuen Kartoffeln kämen nämlich jetzt auch noch aus Zypern oder „sonst wo her“, und bei seinen wisse er genau, wie sie gedüngt worden sind. Als Sauce empfiehlt sich ganz klassisch geschmolzene Butter oder Sauce Hollandaise, wer mag, isst ein paar Scheibchen Schinken dazu, fertig ist der Klassiker. Und Zeit genug, sich Spargeltechnisch so richtig auszutoben, bleibt bis Ende Juni ja noch reichlich. Probieren Sie Spargel doch auch mal im Ofen gratiniert oder zu Risotto oder Pasta – das edle Gemüse ist flexibler als man denken könnte. Und versuchen Sie unbedingt auch einmal den rohen Spargelsalat, das ist wirklich das Knallerrezept schlechthin!

Aus gesundheitlicher Sicht dürfte die Saison übrigens ewig andauern. Denn Spargel ist arm an Kalorien, dafür reich an Vitaminen und Mineralstoffen und hat mit dem sogenannten Asparagin eine besondere Aminosäure an Bord, die die Nierentätigkeit anregt. Und, ja, vermutlich auch für das „Spargel-Pipi“ verantwortlich ist, das uns nun ebenfalls wieder durch die Spargelsaison begleiten wird.

Roher Spargelsalat

Zutaten für 2 Personen

6 Stangen weißer Spargel vom selben Tag

gutes Olivenöl

frischer Zitronensaft

grobes Meersalz, Pfeffer

Zubereitung

Spargel gründlichst schälen und diagonal in möglichst dünne Scheiben schneiden. Wenig Zitronensaft und reichlich gutes Olivenöl herüber träufeln und mit grobem Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Sofort genießen!

Der Artikel Artikel erschien zuerst in der HALLO Münster vom 1.5.2016 und istTeil der Serie „Marktküche“.