Neue Fahrrad-Studie und Critical-Mass Münster

Critical Mass in Münster

Fahrräder in Münster auf der Überholspur

Münster. Eine neue Studie bestätigt, wovon man sich auf Münsters Straßen jeden Tag überzeugen kann: Erstmals seit über 30 Jahren werden in der Stadt mehr Fahrten mit dem Rad als mit dem PKW unternommen.

Rund 39 Prozent der Wege legen die Münsteranerinnen und Münsteraner (Pendler allerdings ausgenommen) demzufolge mit ihrer geliebten Leeze zurück, lediglich 29 Prozent mit dem Auto. Und das immer zügiger. Mit durchschnittlich 16 km/h ist der Münsteraner Radler unterwegs, im Auto kommt man auf rund 31 km/h. Wobei Fußwege und Wartezeiten hier mit eingerechnet sind und deutlich machen, dass unter dem Strich der Geschwindigkeitsvorteil des Autos bei Weitem nicht so groß ist, wie man meinen könnte. Wenn Münsters Radler öfter die Straße nutzen dürften, statt auf die nutzungspflichtigen, oft engen und unübersichtlichen Radwege ausweichen zu müssen, sähe das – gerade bei den boomenden E-Bikes – sicher noch deutlicher aus.

Critical Mass Münster – die 4.

Ein Umstand, auf den an diesem Freitag auch wieder mit Münsters nun schon vierter „Critical Mass“ hingewiesen wurde. Mit dem regelmäßigen Pulkradeln (immer am letzten Freitag im Monat, Treffpunkt ab 16.30 vor dem Schloss) auch auf Münsters Straßen soll die Botschaft überbracht werden: „Wir blockieren nicht den Verkehr – wir sind der Verkehr!“ Der Ansatz wurde in den 90er Jahren in den USA geboren und ist dann – wie so oft – erst einmal nach Berlin übergeschwappt. Die Idee ist, dass die Rückeroberung der Straße durch die Fahrradfahrer möglich ist, sobald eben diese „kritische Masse“ an Radlern erreicht wird. Das sieht im Übrigen auch der Gesetztgeber so. Laut StVO dürfen Radlergruppen ab 16 Teilnehmern auf der Straße fahren und bilden dann sogar einen sogenannten „geschlossenen Verbund“, das heißt sie überqueren zum Beispiel Kreuzungen auch dann geschlossen, wenn die Ampel bereits auf „rot“ gesprungen ist. Also solcher waren am Freitag denn auch wieder gut 50 Radler aller Altersklassen fröhlich auf Münsters Straßen unterwegs, diesmal ging es in großer Schleife über den Ring. Wie immer – bis auf etwas Gehupe und Gemecker seitens Ungeduldiger in Unkenntnis der Tatsache, im Unrecht zu sein – erstaunlich stressfrei. Geht also, sollte man meinen.