Gemeinsamer Kampf gegen das Unwetter

Unwetter in MS

Gelebte Nachbarschaftshilfe in Münster

Die Feuerwehr, der THW und alle anderen professionell oder ehrenamtlich organisierten Helfer waren ob der unglaublichen Regenfluten, die am Montagnachmittag und bis in die Nacht hinein auf die Stadt niederprasselten, hoffnungslos überfordert, obwohl sie wirklich alles gegeben haben. Nur denen, denen das Wasser nicht nur sprichwörtlich bis zum Hals stand, konnte geholfen werden. Alle anderen mussten auf eigene Faust gegen die Wassermassen ankämpfen, die in die Keller der Stadt strömten.

Umso größer die Freude, wenn auf einmal die Nachbarn von Gegenüber – man kennt sich sonst eigentlich eher vom Sehen und einem gelegentlichen Schnack über den Gartenzaun – mit Flipflops, Regenjacken und Eimern im eigenen Keller stehen und ungefragt mit anpacken, genau zu dem Zeitpunkt, als die eigenen Kräfte zu schwinden drohen. Kaum zu fassen die Freude, als dann später Menschen, die man bisher kaum bis gar nicht kannte, auftauchen und bis spät in die Nacht rackern als ginge es um das eigene Heim. Die man, als das Gröbste überstanden ist, wirklich wegschicken muss, weil sie sonst einfach nicht aufhören würden zu helfen. Und dann noch ihre Nummern dalassen, falls es nochmals losgehen sollte. Unglaublich, wenn man sieht, dass unversehrt gebliebene mitten in der Nacht in der Küche stehen und was warmes zu Essen kochen und verteilen an die, die weiter schüppen und Eimer schleppen müssen. Schon fast „beleidigte“ Freunde am nächsten Tag, weil man im ganzen Stress gar nicht auf die Idee gekommen ist, sie zur Hilfe zu rufen. Auch von oberster Stelle ernten die Bürgerinnen und Bürger Lob: „Die Helden der Straße sind mir schon in der Sturmnacht begegnet. Die Nachbarschaftshilfe in Münster ist überwältigend“, freut sich Oberbürgermeister Markus Lewe über das Engagement der Menschen im schlimmsten Starkregen, den Münster bisher erlebt hat. „Mein Dank gilt natürlich auch allen professionellen und ehrenamtlichen Einsatzkräften, sie haben wirklich alles gegeben,“ so Lewe. Wir möchten uns anschließen: Danke Münster!

Bild: Stadt Münster