Duolingo – das Sprachspiel

Der Tour-Teufel

Viele Menschen haben in ihrer Schulzeit mehr oder weniger freiwillig etliche Stunden in das Erlernen einer oder gar mehrerer Fremdsprachen investiert und waren am Ende vielleicht sogar ziemlich gut darin – um dann im Laufe der Jahre das Meiste wieder zu vergessen.

So ist das leider mit Fremdsprache – wenn man sie nicht regelmäßig verwendet, verblasst sie im Hinterkopf. Und dann sitzt man da im Urlaub mit Fragezeichen über dem Kopf vor der Speisekarte. Und bewundert, wie manch‘ anderer Reisender flüssig in Landeszunge mit dem Kellner parliert und im Gegensatz zu einem selbst das serviert bekommt, was er auch haben wollte. Und ärgert sich still und heimlich. Denn das würde man auch gerne (wieder) können.

Aber – wieder daheim – die verblichenen Grammatikhefte hervorkramen? Die ollen Vokabeln ernsthaft nochmals lernen? Gar einen VHS-Kurs am Montagabend um 21.00 Uhr besuchen? Die Motivation ist meist schnell wieder verpufft …

An dieser Stelle kommt der Service von Duolingo in’s Spiel. Duolingo ist ein Web- und App-Angebot, mit dem Ziel, Fremdsprachenwissen computergestützt zu (wieder-)erlernen. Und verfolgt dabei einen – das macht den Dienst für mich aus – sehr spielerischen Ansatz.

Man erlernt Fähigkeiten in Frage-und-Antwort-Manier und erobert sich die Sprache in einer Art Gameplay (zurück). Durch fehlerfreies Absolvieren der Übungen werden neue Themen wie Level „freigeschaltet“. Wer jeden Tag fleißig ist und sein (gerne auch kleines) selbstgestecktes Ziel erreicht, wird ermuntert, seine „Serie“ aufrecht zu halten. Und wenn man besonders gut war, hat man sich vielleicht ein paar der sogenannten „Lingots“ verdient, die man im „Shop“ dann gegen zusätzliche erlaubte Fehler eintauschen, auf das Aufrechterhalten seiner Serie wetten oder in ein spezielles Sprachquiz investieren kann.

Parallel wächst eine interaktive Vokabelliste mit, die en Detail über die eigenen Stärken und Schwächen Buch führt. Und man kann sogar wirklich aufwändige Sprachtests absolvieren um dann entsprechend Duolingo-zertifiziert seinen (realen) Lebenslauf aufwerten.

Und natürlich kann man, wir haben 2014, Freunde und Bekannte einladen, mit ihnen einen virtuellen Wettlauf ums Vokalbular eingehen und seinen Sieg auf Facebook, Twitter & Co. kundtun.

Besonders motivierend ist das Ganze aber nicht dadurch, sondern vor allem, weil man sehr schnell merkt, dass offensichtlich viel mehr im Oberstübchen hängen geblieben ist, als man zu hoffen geglaubt hat. So ist das nämlich auch mit Fremdsprache: Wenn man sie wieder benutzt, kommt alles vergessen Geglaubte verblüffend schnell auch wieder zurück.

Das Ganze ist im Übrigen komplett kostenlos und monetarisiert sich – pfiffigerweise – dadurch, dass Fortgeschrittene auch Übungstexte für das Duolingo-Programm „Immersion“ übersetzen können – die wiederum von Duolingo-Kunden stammen, die diese eben in anderen Sprachen benötigen.

In deutscher Sprache sind momentan Englisch und Französisch im Angebot – more to come.

Und mal im Ernst: sinnvoller als eine virtuelle Farm zu bestellen, ist das doch allemal, non?