Die Kiepenkerl RTF 2016

Am Start der Kiepenkerl RTF

Mit dem Rennrad durch das Münsterland

Am vergangenen Wochenende gab es mit den Radtourenfahrten (RTFs) in Greven und Münster (Kiepenkerl RTF) bei bestem Wetter den Startschuss zur hiesigen RTF-Saison. RTFs sind von Radsportvereinen oder -gruppen organisierte, gemeinschaftliche Ausfahrten, meist auf dem Rennrad und durchaus sportlich ambitioniert, jedoch ohne Zeitnahme.

Am Start der Kiepenkerl RTF

Gemeinsam startet man über den Vormittag verteilt in oft größeren Gruppen, die Stimmung ist gelöst, es wird viel geplaudert und unter strahlend blauem Himmel geht es zügig dahin zur ersten Kontrollstelle – Verpflegung mit Schmalz- und Nutellabroten sowie Bananen und Getränken inklusive … So kann sich RTF-fahren anfühlen.

Kiepenkerl RTF Kontrollstelle

Dann biegt die Gruppe unerwartet auf die für einen selbst viel zu lange Distanz ab und man findet sich mutterseelenallein im tiefsten Münsterland wieder. Der Wind bläst gnadenlos von vorn und die ehemals flotte Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt rapide. Münster ist – mindestens? – noch 45 Kilometer entfernt – an der letzten Kreuzung stand es jedenfalls nicht mal mehr auf den Schildern. RTF-Wegweiser hat man eigentlich auch schon lange keinen mehr gesehen. Von Mitfahrern ganz zu schweigen. Evtl. doch verfahren? Umkehren? Die Trinkflasche ist auch schon wieder beinahe leer. Und hätte man doch nur eine Banane eingesteckt! Auch so kann sich RTF-fahren anfühlen … Dann kommt endlich doch der ersehnte gelbe Pfeil, kurze Zeit später ist auch wieder eine Gruppe in Sicht und man erreicht gemeinsam die nächste Kontrollstelle, wo es diesmal sogar Gummibärchen gibt. Im Ziel warten dann Bier und Bratwurst, es wird ausgiebig geklönt … und alles ist – natürlich – wieder gut.

So gesehen sind RTFs das ideale Training für alle, die auch in diesem Jahr wieder beim Münsterland Giro am Start stehen wollen: Man kann das Fahren in Gruppen üben, ohne dass es allzu hektisch wird, weil ja niemand gewinnen muss. Von Zeit zu Zeit ist man auch auf sich allein gestellt und lernt, welches Tempo man aus eigener Kraft halten kann. Teilnehmer können – ebenfalls wie beim Giro – aus Strecken verschiedener Länge (in der Regel zwischen 40 und 170 Kilometer) wählen. So findet jeder die Distanz, die zur aktuellen Form passt. Und man kann sich so über das Jahr auch langsam steigern, damit die Form am 3. Oktober auf dem Punkt ist. Und, ja, es macht sehr viel Spaß!

Momentan werden an beinahe jedem Wochenenden RTFs organisiert, heute beispielsweise in Greffen, am kommenden Sonntag in Westerkappeln. Die nächste Münster-RTF startet am 9. Juli, alle Termine finden Sie hier: http://breitensport.rad-net.de/breitensportkalender/

Der Artikel erschien zuerst in der HALLO Münster vom 29.5.2016 und ist der Auftakt zur Serie »Sparkassen Münsterland GIRO.2016«